Das Eis schmilzt

Ein Beitrag von Svenja Müller und Susanne Kuckuck

Bestimmt habt ihr schon mitbekommen, dass der Meeresspiegel auf unserem Planeten aufgrund des Klimawandels in den letzten Jahrzehnten immer rasanter ansteigt. Die meisten Menschen nehmen an, dass dies am Schmelzen riesiger Eisflächen, wie beispielsweise an den Polkappen, liegt. In diesem Zusammenhang haben wir einen kleinen Versuch für euch durchgeführt. 

Wir stellen ein Glas Wasser, gefüllt mit Eiswürfeln, in die Sonne und warten,  bis das Eis geschmolzen ist. Dann betrachten wir erneut den Wasserstand. Die Eiswürfel repräsentieren hier das Eis des Nordpols, das Wasser den Ozean. Wie ihr sehen könnt, ist der Wasserstand bevor das Eis geschmolzen ist, genauso hoch wie hinterher. Doch wie ist das zu erklären? Gibt es in Wahrheit vielleicht gar keinen Anstieg des Meeresspiegels? 

Schwimmendes und kontinentales Eis

Leider doch. Das Versuchsergebnis zeigt lediglich die Schmelze von schwimmendem Eis, wie es am Nordpol zu finden ist. Da die Masse des Wassers, egal ob gefroren oder flüssig, gleich bleibt, bleibt auch der Wasserstand gleich, die Eiswürfel nehmen lediglich eine andere Form an.

Aber was ist dann der Grund? Der Anstieg des Meeresspiegels ist mit dem Schmelzen von  Eis auf dem Festland, den so genannten Gletscherschmelzen zu erklären. Besonders starken Einfluss üben hierbei vor allem Gletscher des Südpols, Grönlands und der asiatischen Hochgebirge aus. 

Folgen

Gletscherschmelzen
Wie bereits erklärt, steigt durch das Strömen von Wasser in die Ozeane der Meeresspiegel  weltweit in einer besorgniserregenden Geschwindigkeit. Besonders flachen Küstengebieten und Inseln kann dies sehr gefährlich werden. Ein Beispiel dafür sind die Halligen und die Küsten Deutschlands. Durch den steigenden Meeresspiegel kommt es häufiger zu Überschwemmungen. Würden wir beispielsweise  in Hamburg leben,  wären die Hafenregion als wichtiger Handelspunkt, aber auch hunderte Anwohner dadurch gefährdet.

Auch im Süden Deutschlands bekommt man die Auswirkungen des Klimawandels deutlich zu spüren. Seit 1850 haben die Gletscher der Alpen ca. ein Drittel ihrer Fläche verloren, vielen Skigebieten droht durch das Ausbleiben von Schnee in den nächsten Jahren der Bankrott, wie eine Studie der UNEP(United Nations Environment Programme=Umweltprogramm der Vereinten Nationen) im Jahr 2003 belegte. Ein anderer kritischer Punkt wird deutlich, wenn man einen  Blick auf das Schmelzwasser aus den Alpen wirft. Sollte der Großteil der rund 5000 Gletscher endgültig geschmolzen sein, kann  es zu Problemen der Trinkwasserversorgung kommen.

Schmelze des Nordpols
Das Schmelzen des Eises am Nordpol beeinflusst zwar den Meeresspiegel nicht, hat aber dennoch erhebliche Auswirkungen auf das Ökosystem. Ein Beispiel dafür wären die Veränderungen an Meeresströmungen wie dem Golfstrom, dessen warmes Wasser für die milden Temperaturen in Nordeuropa verantwortlich ist. Forscher befürchten, dass es durch das Schmelzen des Eises am Nordpol zu einer übermäßigen Vermischung von Süßwasser mit dem Salzwasser des Golfstroms kommen könnte. Dies würde dazu führen, dass sich der Golfstrom verlangsamen oder gar stehen bleiben könnte. Für Deutschland (und damit Peine) würde dies eine  Abkühlung der jährlichen Temperaturen um 5 bis 10 Grad bedeuten, die Elbmündung und die Nordsee wären die meiste Zeit des Jahres zugefroren. 

Eisberge in den Tropen
Von den Polen abgespaltene Eisberge treiben mit den Meeresströmungen durch den Ozean bis hin in tropische Regionen. Sie verändern die natürlichen klimatischen Bedingungen und sorgen für Wetterextreme, die in immer kürzerer Abfolge ganze Landstriche verwüsten. So wechseln sich heiße Trockenphasen mit sintflutartigen Niederschlägen ab. Flüsse treten über die Ufer, da der Boden nach solchen Dürren kaum mehr Wasser aufnehmen kann. Schon jetzt haben viele Menschen und Tiere darunter leiden, viele haben ihre  Heimat verloren

Lösungsvorschlag

Die globale Erwärmung von heute auf morgen zu stoppen ist leider unmöglich. Wir können sie jedoch Eindämmen und dafür sorgen, dass ihre Entwicklung sich verlangsamt, indem wir beispielsweise umsichtiger mit  Treibhausgasen wie Co2 umgehen. Jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten, also nehmt vielleicht das nächste Mal das Fahrrad zur Schule und verzichtet auf das Auto. Jedoch auch der Schutz von Wäldern ist bedeutend, da sie Co2 aufnehmen und es in den, für die Atmosphäre unschädlichen, Sauerstoff umwandeln. Es gibt allerdings noch viele weitere Möglichkeiten, unsere Erde zu schützen. Also, auf geht’s! Leiste auch du deinen Beitrag!