Klimawandel in der Arktis

Ein Beitrag von Julia Sempf und Lisa Reiter

Es wird warm!! Yippie! - Doch ist das für alle ein Grund zum Freuen? Grönland gilt bekanntlich als „Land des ewigen Eises“, welches viele Tierarten als ihr „Zuhause“ bezeichnen können. Doch durch die Globale Erwärmung, die durch uns Menschen verursacht wird, verlieren diese Tiere jährlich ein Stück ihres Lebensraumes.

Was denkt Ihr, wie die Tiere darauf reagieren? Und wie würdet Ihr Euch fühlen, wenn jemand jedes Jahr ein Stück Eures Hauses wegnimmt?

Wir haben nachgefragt! Ein Eisbär, eine Robbe, ein Rentier und ein Orka erzählten uns ihre Geschichte.

Eisbär

Ihr lebt in Kälte und Eis. Was passiert, wenn das Eis schmilzt?
Viel. Zunächst Stress, da sobald es warm wird beziehungsweise der Frühling anbricht, für uns die Fastenzeit beginnt. Diese dauert acht bis zehn Monate und dafür müssen wir uns reichlich Fettreserven anfressen, damit wir sie überstehen. Da uns das Eis aber auch Schutz und Mobilität bietet und uns als Lebensgrundlage dient, wären wir, wenn das Eis schmilzt, echt aufgeschmissen.

Was passiert, wenn ihr zu der Zeit weniger Nahrung zu euch nehmen könnt?
Wir verlieren natürlich an Gewicht, um genau zu sein an die 10 kg. Dadurch sinkt unsere körperliche Kondition. Weitaus schlimmer ist allerdings die Tatsache, dass unsere Geburtenraten zurückgehen und die Sterberaten unserer Jungtiere ansteigen. Die Geburtenraten sinken, weil bei hungerleidenden Weibchen die Trächtigkeit abgebrochen wird. Dies ist ein natürlicher Schutzvorgang unseres Körpers. Unsere Freunde im Süden dagegen sind wesentlich stärker betroffen.

Rentier

Treten bei euch auch Probleme in Bezug auf den Klimawandel auf?
Auch wir sind vom Klimawandel nicht gänzlich ausgeschlossen. Um an unsere Nahrung zu gelangen, müssen wir sie mit unseren Hufen aus dem Schnee buddeln. Dazu müssen wir Energie aufwenden und die kommt nicht von Ungefähr. Wie Ihr Menschen das im Winter sicherlich auch kennt, bildet sich aus geschmolzenem Schnee bei Kälte Eis. Dies passiert auch bei uns. Somit müssen wir viel mehr Energie aufwenden um das Eis zu durchbrechen und schließlich an unsere Pflanzen zu kommen. Diese aufgewendete Energie führt bei uns zum Energieverlust und kann teilweise auch zum Tod führen.

Hat das noch andere Auswirkungen auf Euch?
Durch den Tod sinkt natürlich unser Herdenwachstum. Ein weiterer Punkt ist, dass die Pflanzen in Perioden wachsen in denen auch unsere Kälber geboren werden. Da die Pflanzen sehr nährstoffreich sind, sind sie für die Ernährung unserer Kälber erheblich wichtig. Doch durch das zu früh anbrechende Frühjahr gerät dieser Rhythmus aus dem Takt, das heißt die Kälber werden früher geboren. Dadurch steigt die Sterberate unserer Kälber an.

Robbe

Seid ihr Meeresbewohner eigentlich auch vom Klimawandel betroffen?
Ja und wie! Auch wenn wir den größten Teil unseres Lebens im Meer verbringen, müssen wir für Nahrungssuche und zur Paarungszeit an Land kommen. Trotzdem sind wir nicht so stark wie unsere Feinde, die Eisbären, betroffen.

Und inwiefern seid ihr dann betroffen?         
Da die sogenannten Schelfbereiche der Küste unsere Nahrung ausmachen, für uns gut zugänglich und nährstoffreich sind, können wir kaum auf sie verzichten. Doch mit beginnendem Frühjahr verschwinden sie weiter ins Landesinnere und werden weniger nährstoffreich. Zum Thema Paarung und Kinder ist die schlimmste und tragischste Folge des zu früh anbrechenden Frühjahrs die Trennung von Mutter und Kind. Dies geschieht durch die zu schnell brechenden Eisschollen. Doch letztendlich hat es auch was Gutes! Für die Eisbären wären wir keine leichte Beute mehr.

Orca

Im Prinzip hat der Klimawandel auf Euch ja keine großen Auswirkungen, aber Probleme gibt es ja trotzdem oder?
An sich macht uns der Klimawandel nichts aus, doch mit ihm kommt die Nahrungsknappheit. Bekanntlich besteht unsere Nahrung größtenteils aus Fischen, die kältere Gewässer gewohnt sind. Die durch den Klimawandel eintretende Wärme, lässt die Fische gen Norden siedeln. Wenn wir dabei nicht verhungern wollen, müssen wir mitziehen. Doch das führt zu einer Überfischung des Norden.

Unser Fazit

Für die in der Arktis lebenden Tiere bedeutet ihnen ihr Lebensraum alles. In einem so fein aufeinander abgestimmten Ökosystem, wie es hier der Fall ist, können schon kleine Spuren große Wirkung haben, wie es sich bei den genannten Tieren erkennen lässt. Sogar wir in Deutschland bekommen Veränderungen in der Arktis mit. Beispielsweise durch mehr Nord-Süd-Winde oder größere Temperaturanomalien, das heißt so viel wie, im Winter wird es kälter und im Sommer wärmer. Somit beeinflusst die Arktis stark unser Klima.

Anbei ein kleiner Film über die Folgen:  http://www.youtube.com/watch?v=xmoOehODHCo